Vorbereitend sollten Sie unbedingt ein Textverarbeitungssystem beherrschen, do daß Sie sich nicht erst in der "heißen" Phase der Diplomarbeit mit den Geheimnissen der Textverarbeitung vertraut machen müssen. Der Lohn für diese Investition ist eine sauber formatierte Arbeit mit allen Extras moderner Textsysteme wie Fußnoten- und Indexverwaltung, Grafikeinzug und vieles mehr.
Folgende Teile sollte jede Diplomarbeit enthalten:
| 1. Einleitung |
Eine Einleitung bietet die Möglichkeiten den Sinn und Zweck der Diplomarbeit für einen Durchschnittsinformatiker (ohne die Spezialkenntnisse, die Sie jetzt haben) verständlich zu beschreiben. Hier können Sie Hintergründe darstellen, wie die Arbeit und das Thema entstanden und selbstverständlich für Ihre Arbeit werben. Interessierte Leser entscheiden hier, ob diese Arbeit für sie fachlich interessant ist. |
| 2. Aufgaben- stellung |
Durch eine klare Beschreibung der Aufgabenstellung wird die zu lösende Aufgabe deutlich. Vorhandene Teillösungen oder -systeme können hier ebenfalls dargestellt werden. In vielen Fällen ist es auch hilfreich Sachverhalte oder Problemstellungen zu beschreiben, die nicht zur Aufgabenstellung gehören (Abgrenzung). |
| 3. Fachliches Umfeld |
Dieser Teil beschreibt das fachliche Umfeld der Aufgabenstellung. Hier werden die wesentlichen fachlichen Begrifflichkeiten, die für die Aufgabe relevanten Problemstellungen und Lösungsansätze des Fachgebietes vorgestellt. Der Sprachgebrauch sollte einen direkten Bezug zum Fachgebiet haben. Die notwendigen Darstellungsmethoden, die Art und der Umfang der Beschreibung hängen wesentlich von der jeweiligen Fachdisziplin ab und sollten im Dialog mit dem Betreuer entschieden werden. Beispielsweise wird sich die Beschreibung eines Hotelreservierungssystems sehr von einer Beschreibung mathematischen Transformationen auf Grafikobjekte unterscheiden. |
| 4. Lösungs- ansätze |
Nach der Beschreibung des fachlichen Umfeldes können ausgewählte (vielleicht alle?) für die Aufgabenstellung relevanten Probleme vorgestellt, Vor- und Nachteile bestehender Lösungen argumentiert und die voraussichtlich angestrebte (weil vorteilhafte) Lösung herausgestellt werden. |
| 5. Anforderungs- definition |
Hier werden die Grundlagen für das zu entwickelnde
Softwaresystem definiert. Zwar noch aus fachtechnischer Sicht werden
hier die Anforderungen an das geplante Softwaresystem in
möglichst formaler Form spezifiziert. Es sollen hier keine
Lösungen präsentiert werden, sondern möglichst
präzise die Anforderungen (Sollkonzept) an das geplante
Softwaresystem mit seinen Schnittstellen, Informationsflüssen und
Systemfunktionen dokumentiert werden. Verwendete Methoden können
z.B. SA, SADT, Petri-Netze oder andere sein. Das Ergebnis ist ein für die Systementwicklung verwendbares Pflichtenheft. Über Art und Umfang des Pflichtenhefts sollten Sie mit Ihrem Betreuer sprechen. |
| 6. System- entwurf |
Auf der Basis des Pflichtenhefts werden aus softwaretechnischer
Sicht die Anforderungen an das System spezifiziert. Hierzu gehört
minimal eine Beschreibung auf höherem Niveau (Modulebene), eine
auf mittlerem Niveau (Struktogramme, Pseudocode oder Spezifikation von
Prozeduren (Funktionen) sowie die Beschreibung der für das
System essentiellen Datenstrukturen (z.B. als Datenlexikon). Typische
Beschreibungen sind die Modulhierarchie (oder Modulgraph), eine
Spezifikation aller Module mit ihren Schnittstellen (inklusive Zweck,
Ein-/Ausgabe), sowie eine Spezifikation aller in den
Modulschnittstellen liegenden Prozeduren und Funktionen. Bestandteil des Entwurfs sollten nicht nur die jeweiligen Ergebnisse, sondern auch die Beschreibung des Entwicklungsweges (inklusive verworfener Lösungen) sein. |
| 7. Realisierung |
Selbstverständlich sollte Realisierung auch in Ihrer Arbeit abgehandelt werden. Aus der Sicht der Softwaretechnik stellt sie aber nur der kronende Abschluß der Arbeit dar. Hier können die realisierungsspezifischen Probleme (z.B. mit der Implementierungssprache) und das Testkonzept inkl. der protokollierten Testergebnisse dargestellt werden. Wichtige, komplexe oder besonders interessante Systemteile können auch im Programmcode dargestellt werden. Bitte aber Hinweis 12 (Programm-Listings) beachten! |
| 8. Bedienungs- anleitung |
Wie läßt sich das entwickelte System bedienen? Welche
Fehlermeldungen existieren? Was sind die Ursachen? Wie muß der
Benutzer auf auftretende Bedienungs- oder Systemfehler reagieren?
Bedienungsanleitungen sollten auf den Kenntnisstand und Sprachgebrauch
des zukünftigen Anwenders zugeschnitten sein. In der Form und
Aufmachung können SIe ein Aushängeschild für Ihre
Arbeit sein. Übersichtsdarstellungen wir Menübäume,
Befehlslisten und/oder Systaxdiagramme erleichtern die Benutzung eines
Systems umgemein und gehören heute zum Standard guter
Dokumentationen. Neben der Einzeldarstellung von Befehlen und
Funktionen können die Aufzeichnung von Beispielsitzungen,
Fallbeispielen das Verständnis für das System wesentlich
vertiefen.
(Anmerkung: Je nach Art des entwickelten Systems ist es manchmal sinnvoll die Bedienungsanleitung in ein größeres Kapitel Anwenderdokumentation einzubetten.) |
| 9. Zusammen- fassung und Ausblick |
Lehnen Sie sich zurück von Ihrem Terminal und versuchen ein wenig Abstand zu den vielen Detail-Problemen Ihrer Diplomarbeit zu
gewinnen: Was war wirklich wichtig bei der Arbeit? Wie sieht das Ergebnis aus? Wie schätzen Sie das Ergebnis ein? Gab es Randbedingungen, Ereignisse, die die Arbeit wesentlich beeinflußt haben? Gibt es noch offene Probleme? Wie könnten diese vermutlich gelöst werden? |
| 10. Literatur- verzeichnis |
Nicht jedes Rad muß man selbst erfinden. Kluge Leute lassen denken und übernehmen die besten Lösungen. Allerdings muß detalliert darauf hingewiesen werden aus welchen Artikeln, Manuskripten und Büchern Anregungen und Lösungen entnommen wurden (z.B. Kennzeichnung als Zitat, Verweise im Text). Das ist keine Stilfrage, sondern kann bei Nichtbeachtung Ihre eingene Leistung in Frage stellen. Deshalb notieren Sie konsequent während der ganzen Anfertigung der Diplomarbeit alle verwendeten Literaturquellen, verweisen Sie in Ihrer Arbeit auf alle benutzten Quellen und listen diese in einem eigenen Teil Literatur Ihrer Diplomarbeit auf! |
| 11. Index- verzeichnis |
Oft ist es äußerst mühselig, Schlüsselbegriffe oder spezielle Aspekte eines Systems gezielt in einer großen Arbeit zu finden. Hier hilft die Verwendung von Indexeinträgen, die im Indexverzeichnis auf alle vorkommenden Textstellen verweisen. |
| 12. Programm- listings |
Als Software-Spezialist können Sie selbstverständlich hervorragend programmieren. Das wird vorausgesetzt und sollte nicht die primäre Leistung eines Informatikers sein. Dennoch macht es oft Sinn dem interessierten Leser Einblick in den Source-Code zu gewähren. Hier bietet es sich an, Programm-Listings in Form eines extra gebundenen Anhangs zur Diplomarbeit zu dokumentieren. Weniger an Programmierdetails Interessierte können sich dann "unbeschwerter" der eigentlichen Arbeit widmen. |
| Äußere Form | Neben den oben aufgeführten inhaltlichen Aufbau spielt die
äußere Form der Arbeit
ebenfalls eine wichtige Rolle für die Lesbarkeit und das
Gesamtverständnis. Einige bewährte minimale Regeln sind:
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Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!